Haushalts-Chaos: Wie anfangen? Wie durchhalten?

By abstelltraum

Nach allem, was ich bisher gelesen habe und selbst ausprobiert habe, klappt es bei mir am besten so:
Ich nehme mir eine Schublade oder ein Regalfach oder eine Ecke vor und räume alles aus.

Dabei sortiere ich in vier Stapel:
- gehört nicht hierher (hat also seinen Platz woanders)
- ist kaputt oder sollte weggeworfen werden (Müll)
- kann verschenkt werden
- gehört zurück in die Schublade / ins Regalfach / in die Ecke

In einem Forum habe ich einen guten Tipp gelesen: Wenn man sich bei eine Sache nicht entscheiden kann, soll man überlegen: „Wenn das Haus brennen würde, wäre mir dieses Etwas wichtig oder unersetzlich genug, um es zu retten?“ Wenn die Antwort „Nein“ ist, kommt dieses Etwas weg.

Man glaubt gar nicht, was in so eine Schublade alles reinpasst. In der Küche hatte ich so eine Krimskrams-Schublade. Blumensamen, Radiergummis, Stifte, Tüten, Eintrittskarten, Alufolie, Butterbrotpapier, Gummis, Stecknadeln, Reißnägel, Shampooproben, Plastikfiguren und Kärtchen aus Müsli- und Cornflakes-Packungen, Pizzalieferangebote, Trinkstrohhalme, Scheren, Aufkleber, Gutscheine, Lineal, Haargummis und noch vieles mehr passte da rein.

Ich hab die Schublade mit ins Wohnzimmer genommen und mich damit auf den Boden gesetzt, da hatte ich genügend Platz.
Der „Müll“-Haufen war am größten. Wie oft hatte ich irgendwann etwas in der Hand und gedacht, das könnte man ja noch mal brauchen und es dann in diese Schublade gelegt. Da lag alles kreuz und quer durcheinander.
Eigentlich wollte ich ja nur 15 Minuten pro Aufräumaktion machen, aber diese Schublade und der Inhalt waren erst nach 25 Minuten aussortiert und der Inhalt dann wieder versorgt. Ich hatte die Schublade vorher vermessen und mir beim nächsten Ikea-Besuch eine passende Besteckschubladen-Einlage mitgebracht. Nun ist diese Schublade schon seit über 4 Wochen immer noch ordentlich.
Leider habe ich kein „Vorher-Foto“. Also stelle ich hier mein „Nachher-Foto“ ab:

Ein ganz normales (langweiliges?) Foto einer ganz normalen Küchenschublade? Für mich nicht, für mich ist das ein „Erfolgs-Foto“ :-)

Ja, ich brauchte Überwindung, um die Schublade überhaupt erst aus dem Schrank zu nehmen. Und ja, es hat mich Arbeit gekostet. Aber ich habe so viel dabei gewonnen: ich muss nicht mehr mit schlechtem Gewissen daran denken, dass ich das ja irgendwann noch machen müsste/sollte/wollte. Ich bin „entlastet“ wie auch die Schublade „entlastet“ ist. Dieses Gefühl ist so viel wert, da hat sich das bisschen Arbeit gelohnt.

OK, nur eine Schublade. Aber es ist besser, als gar nichts zu tun. Kleine Schritte führen auch zum Ziel. Seit Mitte Mai mache ich das so. Ich räume aus, wenn ich Zeit und Lust dazu habe, sonst nicht. Wenn ich etwas sehe, das mich stört, habe ich kein schlechtes Gewissen mehr. Ich denke einfach: „Ja, das kommt auch noch irgendwann dran.“ Fertig.
Ich habe auch keine bestimmte Reihenfolge: Mal kommt etwas im Wohnzimmer dran, dann im Flur, danach im Schlafzimmer. Je nach Lust und Motivation.

Wichtig ist, nicht zu viel zu machen. Sonst verliert man die Motivation und ist gestresst.
Was ich früher auch immer falsch gemacht habe: Ich bin erst einmal einkaufen gegangen. Neue Aufbewahrungkisten, neue Ordnungssysteme und so weiter. Aber aufgeräumt habe ich dann doch nicht und es gab dadurch noch mehr Dinge zu verstauen. Oder ich habe zu viel auf einmal angefangen und es nicht zu Ende gemacht.

Am wichtigsten ist, immer nur wenig zu machen. Gerade so viel, wie man in 15 Minuten schafft. Dann aufhören und irgendwann später oder morgen oder nächste Woche weitermachen. Es geht! Ich habe auch zuerst gedacht, ob das wohl was bringt? Aber es geht: Kleine Schritte.
Mein Haus wurde nicht über Nacht so unordentlich, also schaffe ich es auch nicht, es über Nacht wieder so aussehen zu lassen, dass ich mich wieder wohlfühle.

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2 Antworten zu „Haushalts-Chaos: Wie anfangen? Wie durchhalten?“

  1. Gefriertruhenerneuerrungsaktion | Storys from the real life sagt:

    [...] gut drei Stunden Aufräumaction war dann mehr oder minder alles erledigt: Alte Truhe raus (weshalb sogar die Tür ausgebaut werden [...]

  2. Recent Links Tagged With "schublade" - JabberTags sagt:

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